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20.10.17 - 12:17 Uhr

Analog, digital und asymmetrisch


Wenn ein weltoffener Musiker wie Siggi Haider zu einem Musikfestival eingeladen wird, bei dem es in erster Linie um „Zeitgenössische Volksmusik“ und dann noch dazu ausschließlich um die Instrumentengattung „Handzuginstrumente“ handelt, fühlt er sich erst einmal eingeschränkt, auch wenn die Veranstalter die Konzertreihe als Öffnung gemeint hatten.

Natürlich musste Siggi Haider gleich mal den Rahmen sprengen und hat zu dem durchaus „analogen“ Konzert ein MIDI-Akkordeon mitgebracht: DAS Chamäleon unter den Akkordeons – es kann sich blitzschnell in ein irisches, eine französische, ein russisches Bajan und sogar in ein Bandoneon u.v.m. verwandeln, ohne auch nur eines davon „in echt“ zu sein. Und das zum  5-Jahre-Jubiläums-Eröffnungskonzert des von Alexander Maurer kuratierten Festivals „ECHT“.

 

Doch dieses Instrument gab nur ein Gastspiel in der zweiten Hälfte, er hatte alle seine geliebten Instrumente dabei: seine erste Kinder-Ziachorgel (8 Bässe), eine „unverwüstliche“ Hohner Concerto III, „seine“ Bugari Armando (Championcassotto)und die Original-Ziachorgel von Werner Pirchner, ein Einzelstück von Mengaschini. Werner Pirchner, mit dem Siggi Haider befreundet war und auch mit ihm viele Jahre immer wieder musiziert hatte, bildete eigentlich auch den kompositorischen Schwerpunkt des Konzertes. Kein Wunder, denn der Tiroler Werner Pirchner gilt als Wegbereiter der „Neuen Volksmusik“.

 

Siggi Haider hatte seine Tochter Juliana mitgebracht, ebenfalls leidenschaftliche Musikerin, sie steuerte in großartiger Professionalität und Musikalität Saxophon und Stimme bei. Das Publikum beklatschte begeistert Pirchners Interpretationen vom Landler, vom allzu unsymetrischen Zwiefachen und bestaunten letztlich zwei Stücke aus seiner Messe: „Ist Gott katholisch?“ und „Oder nit?“. Die erste Hälfte endete mit einer Barcarole von Pirchner. Die zweite Hälfte war - wie bereits erwähnt - geprägt vom digitalen Akkordeon, aber immer wieder in aberwitziger Weise eingesetzt, als Gitarre und Schlagzeug, aber auch als „elektrisches“ Vokalensemble. Das Jodlerduett „Holscht du mi o - jo i hol die e o“ der begeisterte das Publikum derart, dass das sympathische Familienunternehmen Haider noch als Zugabe einen - diesmal aber mit Instrumenten gespielten - Jodler von Bert Breit aus Hall als Zugaben zum Besten gaben.


Großartiger Auftakt der fünften Ausgabe von „ECHT“.

(lf)











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