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18.10.14 - 12:02 Uhr

Vom seidenen Nebel


Wir Erwachsene sind ja recht einfach gestrickt. Wenn wir in ein paar glänzende Kinderaugen sehen, ist es um uns geschehen. Dann wissen wir, wo das Glück zu Hause ist. So ein Ort des Glücks war das Emailwerk beim Mittendrin Konzert „Saitenzauber“ der Stiftung Mozarteum. 40 Kinder im Alter von gerade mal ein paar Wochen bis 4 Jahren sitzen im Kreis und lassen das Geschehen keine Sekunde aus den Augen. Wie bei den Großen stellt Doris Valtiner die Künstlerinnen und Künstler ihres Ensembles erst einmal vor. Und wie bei den Großen wird geklatscht, was das Zeug hält. Und dann wird gefiedelt, erzählt und getanzt.

 

Staunend sehen die Kleinen zu wie ein kahler Baum sein buntes Kleid erhält, wie ein gespielter Traktor unbeholfen und eckig über das Feld rumpelt. Mucksmäuschenstill beobachten alle, wie der seidene Morgennebel, begleitet von sanften Klängen über die Wiesen wallt. Die Gruppe des Mozarteums schickt ihre fantasievollen Botschaften mit so viel Feingefühl an ihr junges Publikum, dass es kein „außen“ mehr gibt. Alles im Raum gehört zur Welt aus Klang und Spiel.

Der Wind beginnt sanft zu wehen und treibt einen Farbenreigen aus Windmühlen an. Einzelne verzückte „Oooh“ und „Schaaaau“ sind zu hören.

 

Dann wird es lebendig. Eine riesengroße Windmühle entfaltet sich im Raum und beginnt sich langsam zu drehen. Die Harmonie und das Zusammenspiel der Künstler wirken so leichtfüßig und zugleich vertieft, dass jedes der Kinder immer mit dabei bleibt. Schließlich ist es an ihnen, das große Windrad gemeinsam zu bewegen und ein paar Sekunden später ist es umringt von trippelnden Kindern die sich begleitet von Harfe, Gitarre und Geige zusammen im Kreis drehen, als hätten sie noch nie etwas anderes gemacht. Das versuche man mit Erwachsenen ohne Betriebsanleitung…

 

Ein wenig später schickt das Ensemble eine Geige auf Reisen, um seinen Partner zu finden. Mit großen Augen sehen die Kleinen zu, wie die Geige von einem Instrument zum anderen huscht. Passt eine Klapper? Nein das geht gar nicht. Die Kleinen beginnen auf ihren Polstern zu wetzen. Da hinten – die Gitarre – das hört man doch – los Geige, zur Gitarre, schnell…

 

Zum Ende hin stimmen die großartigen Musiker und Darsteller noch ein fröhliches Lied an. Eine kurze Einladung genügt, und der Boden des Emailwerks wird von einem bunten Treiben aus kleinen Händen und Füßen verschluckt, alles hüpft und dreht sich. Die Kinder sind quietschvergnügt und als „Großer“ verlässt man den Saal auf eigenartig leichten Füßen…

(mw)

 

 











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