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12.11.17 - 11:44 Uhr

Grenzgänger


Manu Delago ist ein Grenzgänger. In jeder Hinsicht. Er überschreitet Grenzen, fordert sie heraus, integriert sie in sein Schaffen und: Manu Delago ist ein Seiltänzer. Er balanciert mit seinen Kompositionen auf dem schmalen Grat zwischen den Genres. Anpassung ist nicht sein Ding. Die Erschaffung eines ganz eigenen Genres umso mehr.

 

Eines kann man sich aber sicher sein: Seine Konzertabende sind immer ein hochkarätiges Erlebnis weit abseits des Mainstreams. Musik, die zwar nicht immer leichte Kost ist, die aber lebt, und ihre HörerInnen packt und einnimmt. Sie lebt von den vielen Details, die man als ZuhörerIn erhören, ja erspüren muss und von einer schier unendlichen Verdichtung, im ständigen Wechsel mit feinsten und leisen Nuancen sowie verspielten Wiederholungen, die sich bis zur völligen Trance steigern lassen.

 

„Ich wollte Klanglandschaften kreieren, die elektronisch klingen, dabei allerdings komplett live eingespielt sind und sich dementsprechend auch organisch und menschlich anfühlen“, kommentiert Delago sein bislang letztes Album „Metromonk“, mit dem er im Emailwerk Seekirchen zu Gast war. Auffallend war, dass diese Performance „Hang“-lastiger war als bei der „Silver Kobalt“-Tour. Schon die ersten drei Nummern gab es Delago pur - der Meister mit drei Hangs allein. Im Halbdunkel. Die Besucher konnten sich von der ersten Sekunde an nur auf die Musik konzentrieren - sie waren sofort so mitgerissen von dem Sound, dass so ziemlich jeder hingebungsvoll mitschwang.

 

Doch dann kamen Delagos Bühnenpartner Isa Kurz (Vocals, Violing & Keys) und Chris Norz (Beats & Timpani) auf die Bühne und veredelten das rhythmisch-sphärische Treiben mit ihren genialen Beiträgen. Mit ihnen steigerten sich auch Intensität und Lautstärke, die letztlich in „Chimp Rave“ gipfeln, eine laute und wilde Komposition, die mit heftigen Paukenschlägen beginnt und die Zuhörer in einen ekstatischen Zustand versetzten. Verstärkt wurde diese Klangreise von den genialen Visuals von „Minzile“ Monika Frick, die einen Affen zum Leben erweckt, der wild und völlig synchron zu Delagos tanzt. Frick hat übrigens alle Visuals für das Konzert gestaltet, einfühlsam, nicht zu viel und nicht zu wenig, die Musik immer wie ein „Art“-Track begleitend, aber doch mit großer künstlerischer Eigenständigkeit.

 

Alles in allem: Ein großartiger Konzertabend, der aufgrund seiner Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit in Windeseile „verflog“. Man konnte in jeder Sekunde die Leidenschaft der Bühnenakteure spüren - Manu Delago und seine Band gaben kein Konzert – sie gestalteten ein Ritual.
Hoffentlich bald wieder.

(lf)











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