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15.05.17 - 10:51 Uhr

Nichts gelernt in 1000 Generationen


Man kann nicht sagen, dass wir Menschen uns in Fragen der großen emotionalen Zustände des Lebens wirklich weiterentwickeln. Klar, wir fliegen zum Mond, wir bauen die Bombe, wir heilen genauso viele Krankheiten, wie wir erfinden, wir sind einfach unheimlich erfinderisch bei allem, was uns allem Anschein nach nicht ganz persönlich betrifft. Aber bei den ganz grundlegenden Themen – bei unserer Spiritualität, bei dem Zustand, den wir Liebe nennen, bei Anerkennung, bei Aggressivität, beim Balzgehabe, bei jedem Anspruch der unseren Instinkt oder unsere Emotionen betrifft, sind wir genau nicht einen Schritt weitergekommen. Nehmen wir das Beispiel Pubertät.

 

Da steht Edi Jäger auf der Bühne und verspielt mit seiner göttlichen Mimik und seiner nicht minder überirdischen, komödiantischen Gestik sein ganzes Selbstwertgefühl an eine pubertierende Göre, die seine, über Jahrzehnte aufgebaute Selbstachtung, innerhalb weniger Monate auf das Niveau eines Erstklässlers zurückstutzt. Er stellt sich, wie tausend Generationen verzweifelter Väter und Mütter vor ihm,  nur eine einzige Frage: „Was mache ich nur falsch?“.

Nun – die Antwort auf die Frage „Was ist der Sinn des Lebens?“ oder „Gibt es Gott?“ können sie mittlerweile bei Amazon bestellen, EUR 13,40 in der Taschenbuchausgabe. Die Frage, warum die verkrusteten Teller ihrer modernen Hexe neben Gläsern und verschwitzten Socken auf dem Boden liegen, beantwortet die Angesprochene  zum Nulltarif: „Die Schwerkraft, Papa“. Allein die größte aller Fragen, jene die selbst den Teufel in die Enge treibt und die die größten religiösen Führer und Gottheiten verstummen lässt (kennen sie ein einziges hilfreiches Zitat zum Thema Pubertät von Jesus, Mohammed, Buddha, Konfuzius, Laotse, Gandhi, Albert Schweitzer, Mutter Theresa, Odin, Zeus, Jupiter, Xiuhtecuhtli
, Gaya?) blieb bis heute im Ansatz unbeantwortet: „Warum bin ich peinlich?“! Oder eine Abwandlung davon.

 

 

Vorneweg – Edi Jäger wird dieses Rätsel in seinem Programm „Pubertät“ nicht lösen. Genauso wenig, wie einer der dreizehntausendsiebenhundertdreiundvierzig Ratgeber zum Thema. Aber vermutlich haben Sie, weder als gepeinigter Elternteil, noch als pubertierender Folterknecht, jemals so viel über die Leiden zwischen 12 und 20 gelacht, als über den völlig verzweifelten Vater, der unter dem Druck der eigenen Nerven zusammenbricht. Es heißt, die Hölle ist die Abwesenheit von Vernunft. Das ist nicht ganz richtig – die Hölle ist wenn man das Smartphone der Tochter in Rotwein ersäuft und kaum stubenreine Easychiller mit vergitterten Vorderzähnen um Hilfe bitten muss.

 

Erleben sie Edi Jäger in seinem neuen Programm „Pubertät“ – wärmen sie sich 90 Minuten am Fegefeuer eines vom Pubertätsterror gequälten Vaters, bevor sie selber wieder in diese Realität zurückkehren. Nutzen Sie die Chance und lachen sie dem Elend mitten ins Gesicht!

(mw)











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