Kulturverein Kunstbox Seekirchen - Home
NewsProgrammKulturvereinServiceLinksEmailwerk
AktuellArchiv
Aktuell
23.04.17 - 12:43 Uhr

Roadmovie


Drew Sarich betrat die Bühne und stellte das nicht anwesende Streichquartett vor, mit dem er seinen Songzyklus „Ugly Nina“ präsentieren wollte. Turbulenzen und Krankheit haben das verhindert und so kam Drew allein mit seiner Gitarre. Der in Missouri geborene und in Wien sesshaft gewordenen Weltenbummler, den das Musiktheater schon in so manche Ecke der Welt getragen hat, hatte sein neues Album „Let him go“ im Gepäck. Es ist ein Album über Loslassen, Bewegung und Entdeckung. Es gilt, wie er selbst sagt, eine Tasche zu packen und es sich auf dem Rücksitz bequem zu machen. Drew übernimmt das Fahren. Und das Erzählen. Und das Singen. Und das Gitarre spielen. Ob sich das alles in einem ‘61er Mercury ausgeht, war zu beweisen. 

 

Es galt also, den Zuhörern genau solche Bilder in den Kopf zu zaubern, Roadmovies, Bilder der Endlosigkeit einer Straße, einer Landschaft, Einsamkeit, Trauer und Glücksmomente. Drew geht es immer auch um ganz persönliche Erlebnisse sowie um introspektive Gedanken und Ideen, und doch sind die Songs mit ihren Botschaften für jeden nachvollziehbar, wenn man sich in sie hineinfallen lässt. Die zeigen den charismatischen Musiker sehr oft von seiner melancholischen Seite. „Die Musik hat mich oft gerettet“, sagt Drew Sarich, wenn man ihm Fragen zu seiner musikalischen Laufbahn stellt. Dass die Entscheidung für die Musik als Beruf die absolut richtige war, beweist er gerade an so einem Abend wie hier im Emailwerk. Ein intimer Rahmen, ganz nah am Publiku

 

Von der ersten Minute an performt Drew inbrünstig, als gäbe es kein Morgen. Er verschmilzt mit seiner Gitarre - die er übrigens auf höchstem Level bedient - und bei den leisen Tönen beweist seine Stimme echtes Gänsehautpotenzial. Sie trägt die Zuhörer bis zum letzten Ton durch jeden Song. „Ich wusste nicht, dass aus einem so großen Mannsbild so zarte Töne kommen können“, meinte eine der Besucherinnen in der Pause. Ja, sie können. Drew Sarichs Songs fühlen sich warm an, sehr persönlich und vertraut. Der stark überstrapazierte Singer/Songwriter-Begriff kommt bei seinem Soloprogramm seiner eigentlichen Bedeutung wieder sehr nahe.

 

Übrigens: Die Namensgleichheit mit dem Musicalstar, der „Rocky“, „Tanz der Vampire“, „Mayerling”, „Jesus Christ Superstar“, „Les Miserables“ und vieles mehr gespielt hat, ist rein zufällig. In Seekirchen war ausschließlich der großartige Singer/Songwriter zu Gast….

(lf)











<- Zurück zu: Aktuell