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22.04.17 - 12:45 Uhr

Küss mich endlich!


Gerade für die kleinsten Zuschauer ist die behutsame Froschkönig-Inszenierung der Schwarzacher „theaterachse“ ein schönes Märchenerlebnis. Unter Beibehaltung der grundlegenden Aussagen verzichtet Regisseur Mathias Schuh darauf, den Frosch vulgo Prinzen gegen die Wand zu klatschen und auch auf eine angeordnete Hochzeit auf Geheiß des Königs.


Vielmehr fokussiert Schuh auf die Botschaft, man möge doch nicht vom Äußeren auf das Innere schließen und begleitet die Handlung mit viel Musik und Gesang. Die Kinder im Emailwerk, nach der lautstarken Mitarbeit müssen es an die 1000 gewesen sein, sind sofort mitten im Geschehen und lassen die beiden Darsteller Larissa Enzi (Prinzessin) und Wolfgang Kandler (Frosch bzw. Prinz) keine Sekunde aus den Augen.

 

Trotz der originären Wiedergabe versäumt es die theaterachse nicht, das Stück den Kindern mit ein paar modernen Elementen noch zugänglicher zu machen. So ermahnt der König seine schwindelnde Tochter mehrmals per Telefon ihre Versprechen zu halten und ebenso ihre Onlineaktivitäten zur Nacht zu beenden. Leicht hat es der Frosch aber auch nicht. Ständig in Gefahr auszutrocknen, behält er sein Ziel vor Augen und die Prinzessin im Visier. Ganz so wie es sich für einen, von einer Hexe wegen fortgesetzter Froschbelästigung zum Amphibium verhexten, Prinzen gehört.

 

Nach einigem an fröschlichem Gequake, indigniertem Gehabe der Prinzessin und väterlich-königlichem Ratschlag per Telefon wird es also ziemlich eng für das blaublütige Fräulein. Nach Spiel, Speis und Bett bleibt noch der heißersehnte Kuss. Ersehnt vom Frosch wohlgemerkt, bei der Prinzessin weckt die Aussicht auf eine schlatzig-modrige Knutscherei nur wenig romantische Stimmung. Ein Umstand, der bei den anwesenden Erwachsenen vermutlich auch so manch begrabene Erinnerung wachgerufen hat. Die Kinder zerkugeln sich indes. Aber versprochen ist nun mal versprochen – sagt der Papa. Augen zu und durch, Kuss-Prinz-Hochzeit.

Na geht doch.

(mw)











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