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30.10.17 - 08:53 Uhr

A-Capella - natürlich - vom Feinsten


Unter den A-Cappella-Formaten nehmen Großensembles eine ganz eigene Stellung ein. Und unter diesen der Salzburger Kammerchor noch eine für sich. Die perfekte Intonierung ist der edle Teppich, auf dem sich das Ensemble einmal ganz grundsätzlich bewegt. Dazu kommen noch einige Details, mit dem der Salzburger Kammerchor seinen Platz in den vordersten Rängen innerhalb des österreichischen Chorwesens eindrucksvoll bestätigt.

 

Besonders imponierend ist der hörbare Detailreichtum, mit dem die Formation jedes ihrer Stücke besetzt. Selbst in Stücken, die deutlich über das ohnehin hohe künstlerische Niveau hinausgehen, lässt dieser Chor tonale Elemente auskristallisieren, die bei anderen Ensembles dieser Größe längst ins Nirwana der Vielstimmigkeit entschwunden wären.

Als überwältigendes Beispiel dafür darf an diesem Abend im Emailwerk das Stück „Nacht und Morgen“ von Györgi Ligeti dienen, dessen Komplexität für sich schon atemberaubend ist. Der Salzburger Kammerchor macht unter der virtuosen Führung von Thomas J. Mandl daraus ein Stimmenspektakel von der Klarheit einer Blue-Ray-Disk. Auch bei John Wilbyes Madrigal „Sweet Honey Sucking Bees“ konnte man jede einzelne Biene aus dem Schwarm heraushören, was dem verspielten Stück eine ganz besondere Leichtfüßigkeit verlieh und damit ebenfalls das hochgradige Können der Sängerinnen und Sänger unterstrich.

 

Mit der Wahl von Flötist Oliver Kraft - als instrumentale Bereicherung zwischen den Blöcken - machte Thomas Mandl deutlich, dass er auch außerhalb der vokalen Welt nur mit dem Besten zufrieden ist. Neben einigen Monumenten für dieses Instrument wie zum Beispiel Claude Debussys „Syrinx“ oder Jacques Iberts „Piece“ bespielte der großartige Musiker das Publikum mit einer bezaubernden Eigenkomposition für Bassflöte mit dem Titel „Im ruhenden Taumel“.

 

Ganz vorzüglich zum Ausdruck kam das vom Ensemble gewählte Programmthema „A-cappella-natürlich“ bei Paul Hindemiths „Six Chansons“. Die zum Teil schnelle Liedfolge erreichte das Publikum so mitreißend bunt, dass man von vokalem Entertainment par excellence sprechen kann. Hinsichtlich des außerordentlich hohen künstlerischen Anspruchs hat der Salzburger Kammerchor nichts mehr zu beweisen – das tut er aber höchst eindrucksvoll. Chapeau!

(mw)











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