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06.06.17 - 09:00 Uhr

And the Beat goes on…


Die bittere Nachricht vorweg: Das umjubelte und mit Standing Ovations bedachte Konzert von ASPIRO im Emailwerk Seekirchen war gleichzeitig auch das Abschiedskonzert. Die sechs großartigen MusikerInnen werden fortan getrennte Wege gehen. Dementsprechend emotionsgeladen war dieser denkwürdige Abend. Die preisgekrönte junge Formation machte dieses Konzert zu einem fulminanten Abschiedsfest, von dem eigentlich niemand Kenntnis hatte.

 

A cappella ist eine Königsdisziplin. Und es braucht einiges, um in dieser Disziplin ganz oben mitzumischen. ASPIRO erfüllt viele dieser Kriterien. Da wäre zum ersten die richtige Songauswahl, gepaart mit den richtigen, auf das Ensemble zugeschnittenen Arrangements. Phillip Schröter, Mastermind, künstlerischer Leiter und Arrangeur von ASPIRO ist mit Sicherheit eines der großen Musiktalente Österreichs mit dem Zug zur Internationalität. Sein Gefühl für die Songauswahl, seine sichere Handschrift beim Arrangieren bringen Meisterwerke wie „Spain“ von Chick Corea auf die Bühne. Es verschlägt einem den Atem, wenn man den irrwitzigen Läufen zu folgen versucht.

 

Dazu braucht es aber den geeigneten Klangkörper. Auch der ist vorhanden. Berit Pöchhacker (Sopran), Anna-Maria Schnabl (Alt), Phillip Schröter (Tenor), Jakob Sigl (Bariton), David Enzendorfer (Bariton), Christian Müller (Bass) erzeugen einen kompakten und stimmlich ausgewogenen Sound, der keine Wünsche offen lässt. Getragen von virtuosem Beatboxing (Phillip Schröter) und muskulösem Bass flechten sich die anderen Stimmen glänzend über die Beats. Zudem ist selbstverständlich jedes Ensemblemitglied solistenfähig.

 

Zurück zur Songauswahl als letzter wichtiger Erfolgsfaktor,  auch der passt: Eine gelungene Mischung aus Pop und Jazz, ergänzt um ein paar finnische „Schmankerl“. Nichts darf fehlen - die Playlist des Abends las sich wie ein „Who is Who“ der Musikgeschichte: Duke Ellington, Chick Corea, Sting, Jamie Cullum, Coldplay, Beatles, Real Group, Cole Porter, nicht einmal vor Miles Davis schreckten die sechs jungen MusikerInnen zurück.

 

Bleibt die Frage: Warum löst sich so eine Erfolgsgeschichte auf? In Wirklichkeit gibt es darauf keine schlüssige Antwort. Fest steht, dass der historische Weg der Musikindustrie nicht nur mit Trennungen gepflastert ist, sondern dass Erfolgsgeschichten oft auf Trennungen aufgebaut haben. Lassen wir uns also überraschen, wo uns die sympathischen MusikerInnen von ASPIRO in den nächsten Jahren begegnen werden. Fazit: Über das wunderbare Konzert im Emailwerk freuen, wegen der Trennung kurz trauern und sich auf die zukünftigen Bands freuen, die aus ASPIRO hervorgehen werden. Das Potenzial ist da.

(lf)











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